Interaktion

Unter Interaktion verstehe ich in diesem Zusammenhang, dass zum einen die Menschen und die Kunstwerke in einen Austausch treten, zum anderen aber auch die Menschen untereinander.

Was meine ich damit?

Betrachten wir uns zunächst mal ein übliches Kunstwerk im öffentlichen Raum. Es wird den Menschen meist einfach vor die Nase gestellt und dann gefällt es ihnen, oder auch nicht, vielleicht kratzen sie sich auch den Kopf oder schütteln ihn verständnislos, auf jeden Fall setzen sich die wenigsten Betrachter intensiver mit dem Kunstwerk auseinander, falls sie es überhaupt bemerken.

Der nächste Schritt wäre dann begehbare Kunst, wie z.B. ein Brunnen, den die Menschen nicht nur betrachten, sondern auch in ihm planschen oder sich auf ihn setzen können. Hier kommen Mensch und Kunstwerk zumindest schon mal in Berührung, aber zu tieferen Nachwirkungen kommt es dabei wohl eher selten.

Und jetzt kommt die Kunstviecherei als interaktive Kunst. Die Skulpturen stehen nicht nur mehr oder weniger unmotiviert an mehr oder weniger passenden Stellen herum, sondern sie erzählen den Menschen eine Geschichte, wobei jede von ihnen für eine Episode steht. Sobald die Menschen das wissen, werden viele von ihnen zu rätseln anfangen, was das jetzt für eine Geschichte ist und was dabei eigentlich passiert.

Dazu kommt, dass das Berühren der Skulpturen bei diesem Projekt nicht nur erlaubt, sondern sogar sehr erwünscht ist. Im Falle blinder und sehbehinderter Menschen, an die sich das Projekt ja ganz besonders richtet, ist es sogar dringend notwendig, die Skulpturen anzufassen, um sie begreifen zu können, im wahrsten Sinne des Wortes.

Es wäre sehr in meinem Sinne, wenn die Betrachter die Skulpturen nicht nur anschauen, sondern selbst kreativ werden, indem sie z.B. selbst zeichnen oder modellieren, was ihnen beim Betrachten der Skulpturen oder beim Anhören der Geschichte in den Sinn kommt. Ich halte nicht viel von passivem Konsum, nicht bei der Kunst und auch sonst nicht. Dieses Projekt könnte dabei mithelfen, die Kreativität der Menschen wieder zu wecken und zu trainieren.

Und das alles auf eine lockere, lustbetonte Art, ganz ohne Zwang und Stress. Alleine für sich, oder noch besser, im Austausch und in Zusammenarbeit mit anderen.

Dies nur als Anregung. Ich könnte mir vorstellen, dass erfahrene (Heil)Pädagogen oder Kreativitäts-Trainer auf der Basis des Projekts eine Unzahl von Spielen und weiterführenden Projekten entwickeln können.

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