Entschleunigung

Von Anfang an wollte ich mit diesem Projekt zur dringend notwendigen Entschleunigung unseres heutigen Lebens beitragen. Stress, Termine, Zeitdruck gibt es wahrlich bereits mehr als genug, deshalb bin ich sehr dafür, dass zumindest Kunstprojekte wie die Kunstviecherei zu kleinen Inseln der Ruhe und Beschaulichkeit im ansonsten oft hektischen Alltag werden.

Analog zur „Slow Food“-Bewegung könnte man das vielleicht „Slow Art“ nennen. 🙂

Das fängt schon bei der Fertigung der Skulpturen an: In den Bedingungen  habe ich deutlich betont, dass ich bei der Arbeit keinesfalls gehetzt oder sonstwie gestört werden möchte. Gut Ding braucht seine Weile, auf diesen alten Spruch sollten wir uns wieder viel stärker besinnen. Mal ganz davon abgesehen, dass gerade bei der Herstellung einer Skulptur sehr viel schiefgehen kann, wenn der Künstler nicht mit der nötigen Ruhe, Konzentration und Gelassenheit zu Werke geht. Bildhauen im Akkord wird es mit mir sicher nicht geben.

Ich habe mal ganz grob die Dauer der Herstellung der 12 Skulpturen auf 3-4 Jahre geschätzt. Sollte etwas dazwischenkommen, kann es durchaus auch länger dauern. Ich sehe darin aber kein Problem, im Gegenteil, denn es spricht andererseits ja auch nichts dagegen, die ersten Skulpturen bald nach der Vollendung der Öffentlichkeit zu präsentierten und das interessierte Publikum kann dann ganz allmählich und organisch das Wachsen des Projektes verfolgen.

Der Drang zur Entschleunigung zeigt sich auch in meiner Arbeitsweise: Ich arbeite überwiegend mit der Hand mit Werkzeugen, mit denen auch schon Michelangelo, zum Teil sogar schon die alten griechischen Meister den Marmor bearbeiteten. Teilweise schmiede und härte ich die Meißel sogar auf meiner kleinen Feldschmiede ganz nach meinen persönlichen Vorstellungen.

Übrigens passt in dieses Bild auch sehr gut die Tatsache, dass ich mich nicht mit einem Auto, sondern auf einem Liegerad fortbewege, auf dem ich auch die besten Einfälle habe und mir meine Inspirationen hole. Abgesehen davon natürlich, dass es den besten Ausgleich zur anstrengenden, staubigen und nicht gerade rückenfreundlichen Bildhauerei darstellt.

Auch der Ausstellungsort der Figuren soll die Entschleunigung fördern und ein Ort der Ruhe, der Beschaulichkeit und der *Begegnung* werden. Hier sollen die Menschen in aller Ruhe die Figuren betrachten und betasten, sich mit anderen Menschen darüber austauschen und nach Möglichkeit auch selbst kreativ werden. Zum Beispiel, indem sie die Skulpturen abzeichnen oder nachmodellieren, oder, was mir fast noch lieber wäre, sich ganz frei von ihnen zu eigenen Werken inspirieren lassen.

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass zumindest einige der dabei entstehenden Werke zusammen mit meinen Skulpturen ausgestellt werden. Hier liegt auch einer der Gründe, warum ich in meinen Bedingungen auf einem überdachten und wettergeschützen Standort bestehe, denn Zeichnungen und Werke aus ungebranntem Ton oder Plastilin würden den Aufenthalt im Freien nicht lange überdauern, von der Diebstahlsgefahr mal ganz zu schweigen.

Insgesamt stelle ich mir also einen sehr gemütlichen Ort der Begegnung vor, an dem die Menschen zusammenkommen – nicht nur um die Skulpturen zu betrachten und sich mit der dazu gehörigen Geschichte zu befassen, sondern auch um selbst (inter)aktiv und kreativ zu werden, oder sich auch ganz einfach nur zu entspannen und sich mit anderen auszutauschen.

Eine kleines Café oder dergleichen in unmittelbarer Nähe des Standortes wäre sehr in meinem Sinne, wenn auch keine Bedingung. Eine Möglichkeit, sich kulinarisch zu stärken, würde nicht nur den Gemütlichkeitsfaktor deutlich erhöhen, sie passt auch sehr gut zur Handlung der Geschichte, speziell zur achten Episode, in welcher der kleine Tommy einem Gast im Parkcafé einen Krapfen stiehlt und dann als Dieb gejagt wird.

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